Beim Schattentheater wird eine Figur nicht durch ihre gemalten Farben, sondern vor allem durch ihren Umriss erkennbar. Eine einfache Szene lässt sich deshalb mit wenigen Formen entwickeln. Bevor Sie eine Geschichte ausarbeiten, testen Sie die Anordnung von Licht, Figur und Projektionsfläche.
Den Aufbau zuerst ausprobieren
Verwenden Sie eine geeignete, standsichere Lichtquelle nach deren Gebrauchshinweisen und halten Sie Materialien von Wärmequellen fern. Kerzen sind für diesen kleinen Bastelaufbau nicht nötig. Wählen Sie eine helle Fläche oder einen passenden Schirm, auf dem die Schatten sichtbar werden.
Stellen Sie zunächst nur eine einfache Form zwischen Licht und Fläche. Verändern Sie vorsichtig den Abstand und beobachten Sie Größe und Kontur. Die genaue Wirkung hängt vom Aufbau ab. Markieren Sie anschließend eine gut funktionierende Position, damit die Bühne nach einer Unterbrechung wiederhergestellt werden kann.
Prüfen Sie den Blick von der Zuschauerposition. Sind störende Gegenstände im Bild, und ist der vorgesehene Bewegungsraum frei? Kabel und Stative dürfen keine Laufwege blockieren. Bei Kindern übernehmen Erwachsene den geeigneten Aufbau und die Aufsicht.
Die Form vor der Verzierung gestalten
Schneiden Sie beispielsweise einen Vogel mit deutlich erkennbarem Schnabel und einen Baum mit einer auffälligen Krone aus geeignetem Papier oder Karton. Sehr kleine Einzelheiten können im Schatten verschwinden. Prüfen Sie jede Figur im tatsächlichen Licht, bevor Sie weitere Details hinzufügen.
Für die erste Szene reichen Ankunft, Begegnung und Abschied. Der Vogel landet im Baum, sucht einen Platz und fliegt weiter. Überlegen Sie, welche Bewegung diese Schritte erkennbar macht. Eine kurze Pause kann zeigen, dass eine Figur gerade etwas bemerkt.
Verändern Sie die Größe eines Schattens nur bewusst. Wenn eine Figur näher zur Lichtquelle kommt, kann sie anders wirken als zuvor. Das lässt sich gestalterisch nutzen, sollte aber nicht versehentlich jede Bewegung begleiten.
Ton erst nach der sichtbaren Handlung ergänzen
Spielen Sie die Szene einmal ohne Worte. Wenn die Abfolge verständlich ist, ergänzen Sie bei Bedarf eine Erzählerstimme oder selbst erzeugte Geräusche. Ein Rascheln kann eine Bewegung begleiten, muss aber nicht jeden Moment füllen.
Lassen Sie eine Person zuschauen und nur beschreiben, was sie erkannt hat. Diese Rückmeldung zeigt, ob die Silhouette und die Handlung tragen. Für eine zweite Fassung ändern Sie eine Sache: einen deutlicheren Umriss, einen langsameren Eintritt oder einen anderen Abschluss. Bewahren Sie gelungene Figuren flach auf, damit ihre Form bis zur nächsten Aufführung erhalten bleibt.
