Beim gemeinsamen Geschichtenerfinden muss niemand bereits eine vollständige Handlung kennen. Die Gruppe entwickelt sie Schritt für Schritt. Damit daraus mehr als eine Reihe unverbundener Einfälle wird, helfen eine klare Ausgangslage und die Vereinbarung, an das Vorherige anzuknüpfen.
Eine Figur, ein Ort und ein Wunsch
Beginnen Sie beispielsweise mit einer Postbotin auf einer kleinen Insel, die einen Brief ohne Adresse zustellen möchte. Diese drei Elemente bieten genug Richtung, ohne die Lösung vorzugeben. Die nächste Person ergänzt ein Hindernis oder eine Begegnung.
Verwenden Sie eigene Figuren statt automatisch bekannte Geschichten nachzuerzählen. So muss niemand Vorwissen über eine Buchreihe besitzen. Wenn Kinder teilnehmen, wählen die begleitenden Erwachsenen einen passenden Rahmen; persönliche Ängste oder peinliche Erlebnisse anderer gehören nicht ungefragt in die Geschichte.
Kurze Beiträge ermöglichen
Vereinbaren Sie zunächst einen oder zwei Sätze pro Person. Wer länger erzählt, nimmt anderen leicht die Gelegenheit, den Verlauf mitzugestalten. Eine Person darf aussetzen oder eine Frage stellen, wenn gerade keine Idee kommt.
Eine hilfreiche Regel lautet, bereits eingeführte Tatsachen nicht einfach zu löschen. Wenn ein Boot verschwunden ist, sollte es nicht im nächsten Satz ohne Erklärung wieder bereitstehen. Die Gruppe kann eine überraschende Lösung finden, aber sie sollte den bisherigen Zustand aufnehmen.
Bei vielen Personen kann jemand wenige Stichwörter notieren: Figuren, offene Aufgabe und wichtige Gegenstände. Diese Notiz ist keine Bewertung der Sprache. Sie hilft nur, einen zuvor eingeführten Schlüssel oder eine noch unbeantwortete Frage später wiederzufinden.
Das Ende rechtzeitig ankündigen
Sagen Sie eine Runde vorher, dass die Geschichte nun zu einem Abschluss kommen soll. Die letzten Beiträge können offene Fäden verbinden. Nicht jedes Detail braucht eine Erklärung, aber der ursprüngliche Wunsch sollte noch einmal vorkommen.
Lassen Sie die Gruppe anschließend einen Titel finden. Wer möchte, zeichnet eine Szene oder erzählt die Geschichte in drei Sätzen nach. Wenn die Handlung unübersichtlich wurde, können Sie beim nächsten Mal weniger Figuren einführen. Das verändert die Schwierigkeit, ohne die Fantasie einzelner Personen als Fehler zu behandeln.
