In einem kooperativen Spiel gewinnt oder verliert die Runde gemeinsam. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass alle gleich viel mitspielen. Wenn eine Person jeden Zug plant, werden die anderen leicht zu ausführenden Händen. Ein guter Einstieg klärt deshalb nicht nur das gemeinsame Ziel, sondern auch, wem die Entscheidung im jeweiligen Zug gehört. Das lässt sich mit kleinen Absprachen erreichen, ohne die Spielregeln umzuschreiben.

Information zeigen, Entscheidungen nicht wegnehmen

Beginnen Sie mit einer gemeinsamen Übersicht: Was muss erreicht werden, was kann die Niederlage auslösen, und welche Mittel stehen gerade zur Verfügung? Pandemic ist ein bekanntes Beispiel für eine kooperative Aufgabe mit unterschiedlichen Rollen. Die genaue Rolle und ihr Regeltext bestimmen dort die Möglichkeiten; eine allgemeine Vorstellung von „Teamarbeit“ reicht nicht aus.

Eine hilfreiche Formulierung lautet: „Wenn du hier bleibst, kann ich in meinem nächsten Zug helfen.“ Weniger hilfreich ist eine vollständig vorgegebene Folge von vier Aktionen. Fragen Sie zuerst, welche Möglichkeiten die aktive Person sieht. Ergänzen Sie dann eine übersehene Information oder erklären Sie eine Folge. Lassen Sie Zeit für die Antwort.

Die Gesprächsregeln des Spiels beachten

Nicht jedes kooperative Spiel erlaubt offene Gespräche über sämtliche Informationen. Verdeckte Karten, begrenzte Hinweise oder ausdrücklich verbotene Zeichen können Teil der Aufgabe sein. Ein hilfreicher Tipp ist dann möglicherweise ein Regelverstoß. Lesen Sie diese Grenzen vor Beginn gemeinsam und wenden Sie sie auch auf erfahrene Personen an.

Bei offenem Informationsaustausch kann eine kurze Runde vor einem wichtigen Entschluss helfen: Jede Person nennt einen Vorteil oder ein Risiko. Danach entscheidet die aktive Person innerhalb der Regeln. Diese Methode eignet sich für besondere Situationen; vor jedem kleinen Zug würde sie den Spielfluss unnötig bremsen.

Nach einer Niederlage eine konkrete Sache ändern

Besprechen Sie nicht, wer „schuld“ war. Fragen Sie, welche Information zu spät erkannt wurde oder welche Aufgabe niemand übernommen hatte. Beim nächsten Versuch kann beispielsweise eine Person den gemeinsamen Vorrat im Blick behalten, während eine andere an die nächste Spielphase erinnert. Die Zuständigkeit darf wechseln.

Auch die Schwierigkeit muss zur Runde passen. Nutzen Sie vorgesehene Einstiegsvarianten, bevor Sie willkürlich Hindernisse entfernen. Ein gemeinsamer Erfolg ist besonders verständlich, wenn alle wissen, welche Regeln galten und welche eigenen Entscheidungen dazu beigetragen haben.