FKK
Fkk Freikörperkultur
FKK bedeutet Gemeinschaftliches Nackt sein und wird als Freikörperkultur bezeichnet. Meist findet die Freikörperkultur in der Natur statt, es gibt aber mittlerweile auch diverse Schwimmbäder und Thermen, die sich der Freikörperkultur verschrieben haben. Dabei geht es in erster Linie um die Freude am Nacktsein und das gemeinschaftliche Erlebnis ohne sexuellen Bezug.
FKK wird bei seinen Anhängern als Lebenseinstellung angesehen, ohne Grund für Schamgefühle.
Die Freikörperkultur ist allerdings keine Erfindung der Neuzeit. Bis ins 18. Jahrhundert hinein badeten Menschen in weiten Teilen Mitteleuropas in Flüssen und Seen nackt, meist jedoch getrennt nach dem Geschlecht. Erst später wurde die öffentliche Nacktheit tabuisiert. Nacktheit und Nacktbaden galten als unmoralisch.
Der erste FKK-Verein entstand 1898. Vorreiter war der Raum Berlin sowie der Raum um Nord- und Ostsee, 1920 entstand auf Sylt der erste offizielle Nacktbadestrand in Deutschland.
Bereits 1931 wurde das Nacktbaden außerhalb abgetrennter Gelände wieder verboten.
In den 70iger Jahren war in der ehemaligen DDR das Nacktbaden an offenen Gewässern kein Tabu mehr. Das Nacktbaden erfreute sich großer Beliebtheit. An offiziellen Badestandorten gab es eigene FKK-Bereiche bzw. an der Ostsee eigene Strandabschnitte. Hier erfreute sich die FKK-Bewegung größere Toleranz als in der Bundesrepublik. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands gewann die FKK-Bewegung wieder zunehmend an Bedeutung. Nacktheit am Strand ist inzwischen Normalität.
Nicht nur Nacktbaden erfreut sich großer Beliebtheit. Es gibt Nacktzeltplätze, Nacktwandern in den Bergen, Nacktradtouren, Nacktrudern oder Nacktreiten. 2009 wurde im Harz der erste Nacktrodelwettbewerb ausgetragen. FKK wird bei den Anhängern als „neuer Lifestyletrend“ gehandelt.
Allerdings beklagt die organisierte FKK-Kultur im Verein, dass in den letzten Jahren der Nachwuchs stark zurückgegangen ist und das Vereinsleben ebenfalls abnimmt.
Zugenommen hat dagegen die textilfreie Erholung in Bädern und Thermen.
Vorreiter sind dabei die Kristall-Thermen. Sie bieten nicht nur FKK-Zeiten, sondern ganze Tage für FKK-Gänger.
In der Kristall Therme Ludwigsfelde in Brandenburg z.B. sind Mittwoch und Sonntag textilfreie Badetage, in der Kristall Therme Bad Klosterlausnitz kann man täglich ab 12 Uhr textilfrei baden. Lediglich mittwochs und sonntags ist gemischtes Baden möglich.
Auch Bayern und Niedersachsen folgen diesem Trend. In der Therme Fichtelberg im bayerischen Fichtelgebirge kann man jeden Dienstag und Freitag ab 19 Uhr textilfrei baden, in der Therme Bad Wörishofen im Allgäu jeden Samstag ab 19 Uhr. Die Nordseetherme Bensersiel in Niedersachsen bietet textilfreies Baden montags (außer Feiertags) ab 20 Uhr an.
Ein FKK-Verzeichnis gibt einen kompletten Überblick über die Thermen und deren FKK-Zeiten in ganz Deutschland.
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